Journalismus macht Schule


Die Pressefreiheit steht weltweit zunehmend unter Druck. Journalistinnen werden in vielen Ländern bedroht, wirtschaftlich geschwächt, durch Gesetze eingeschränkt oder sogar verfolgt. Das sind beunruhigende Entwicklungen. Besonders dann, wenn man sich vor Augen führt, was freie Presse für unser Zusammenleben leistet: Macht kontrollieren, Missstände öffentlich machen, Informationen prüfen und Menschen ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden – eine Grundbedingung demokratischer Gesellschaften. Aus diesem Anlass findet seit 1993 jedes Jahr am 3. Mai der Internationale Tag der Pressefreiheit statt – ein Tag, der diese Leistung hervorheben soll. Die Medienanstalt Berlin- Brandenburg (mabb) nimmt diesen Tag im Rahmen von „Journalismus macht Schule“ zum Anlass, Schülerinnen und Journalistinnen zusammenzubringen und über Journalismus und seine Bedeutung ins Gespräch zu kommen. Im Zuge dessen durften unsere Schülerinnen des Profilierungskurses der Schülerzeitung der 9. Klasse das Studio des Berliner Fernsehsenders ALEX Berlin besuchen, um zusammen mit dem Journalisten Tom Garus (rbb, ARD) eine Live-Sendung zu gestalten. Es ging um Qualitäten, die gute Reporterinnen ausmachen, um große wie kleine Momente des lokal-journalistischen Alltags sowie die Frage, inwiefern soziale Medien Journalismus verändern. Eine Aufnahme der Sendung mit der starken Leistung unserer Schülerinnen finden Sie HIER!
Während diese Veranstaltung journalistisches Arbeiten vor der Kamera erfahrbar machte, rückte das anschließende Werkstattgespräch mit dem Journalisten Kai Biermann (DIE ZEIT) eine Woche später die Recherche, den Datenschutz und die Verantwortung investigativer Arbeit in den Mittelpunkt. Der Profilierungskurs der Schülerzeitung der 10. Klasse konnte in Zusammenarbeit mit zwei Oberstufenkursen erfahren, welchen Herausforderungen Journalistinnen unter schwierigen Bedingungen begegnen, wie sie Quellen schützen und für überprüfbare Informationen kämpfen. Die Erfahrungen, die der Investigativjournalist in seiner Arbeit gemacht hat, um für die Wahrheit einzustehen, beeindruckten und inspirierten die Schülerinnen. Deutlich wurde: Der eigene Medienkonsum muss besonders in Zeiten von Fake News und künstlicher Intelligenz kontinuierlich überprüft werden. Das bedeutet auch, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen, Quellen zu prüfen und vor allem neugierig zu bleiben.
Was nach diesen beiden Veranstaltungen zurückbleibt, ist die Gewissheit, dass unser Verständnis von Pressefreiheit alles andere als selbstverständlich ist – aber auch, dass wir es selbst in der Hand haben: Live vor Ort, hinter den Kulissen oder durch die bewusste Unterstützung unabhängiger journalistischer Arbeit. Eine Zusammenfassung von Eindrücken finden Sie außerdem auf der Website der mabb.

Verfasst von Tom Kaven