DSCF4251 Kopie„Unsere Demokratie lebt vom Dialog“, diese Meinung teilt neben dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses auch das Max-Delbrück-Gymnasium. So ist es uns gelungen, als eine von insgesamt 12 Berliner Schulen, für die Teilnahme am Projekt „DialogP“ ausgewählt worden zu sein. Bei „DialogP“ geht es um den Austausch von Menschen unterschiedlicher Standpunkte und Generationen, um den Austausch zwischen Politikern und Jugendlichen. Am Mittwoch, dem 21.06.2017, stellten sich nun Mitglieder aller Fraktionen des Abgeordnetenhauses von Berlin in Kleingruppengesprächen der Diskussion zu aktuellen politischen Schülerfragen.

 

Darunter befanden sich die Politiker Stephan Lenz (CDU), Katrin Möller (Linke), Stephan Gelbhaar (Grüne), Florian Swyter (FDP), Herbert Mohr (AFD) sowie Torsten Hofer (SPD). Diskutiert wurde fast zwei Stunden lang in der Aula des Max-Delbrück-Gymnasiums, angefangen bei der Frage, ob die Polizei z.B. mittels Taser härter eingreifen können sollte, über die Fragen, ob mehr Überwachung an öffentlichen Plätzen gestattet werden - , die BVG niedrigere Preise anbieten - , Schulen besser aufs Leben vorbereiten -, oder etwa der Flughafen Tegel offen gehalten werden sollte, bis hin zu der Frage, ob mehr bezahlbare Wohnungen in Berlin gebaut werden sollten. Besonders zur Frage, ob mehr bezahlbare Wohnungen in Berlin gebaut werden sollten, ergab sich eine äußerst angeregte Diskussion. Die Politiker mussten sich hier mit harten Fragen auseinandersetzen, die z.B. den kurzfristigen absoluten Wohnungsmangel von 125.000 Wohnungen in Berlin betreffen und wie die Politiker gedenken diesen zu decken. Es wurde über die fehlenden Wohnungen insbesondere für Studenten, Rentner, Minijobber, Flüchtlinge, Menschen, die an der Armutsgrenze leben diskutiert, darüber was die Politik gedenkt gegen Bauspekulanten oder das Problem der Gentrifizierung zu unternehmen oder etwa wie gewährleistet werden soll, dass der Anteil sozialverträglichen Wohnraumes zum Preis von 6,50€ pro Quadratmeter Wohnraum auch in der Praxis eingehalten wird. Zwar konnte die Aussage „Es muss mehr gebaut werden“ von jeder anwesenden Partei aufgenommen werden, wie dies allerdings umgesetzt werden sollte, unterschied sich innerhalb der einzelnen Parteien teils sehr stark. So trat vor allem zwischen den Parteien CDU und FDP eine deutliche Kontroverse rund um das reale Problem der Gentrifizierung auf. Während beispielsweise die CDU fordert, durch staatliche Subventionen die kommunale Wohnungsbaugenossenschaft zu fördern, um soziale Verdrängung oder gar Ghettobildung vorzubeugen, eine Stadt zu formen, in deren Inneren jeder die Chance hat zu leben, vertrat die FDP den Standpunkt, dass einkommensschwache Familien genauso gut am Stadtrand leben könnten. Insgesamt boten die Kleingruppengespräche uns Schülern den optimalen Rahmen zum Argumentieren, angeregt wurden Standpunkte vertreten oder Kompromisse gesucht. „DialogP“ schaffte es auf beeindruckende Art und Weise die Veranstaltung zu einem Erlebnis zu machen und einen gelungen Austausch jeglicher Interessen zu gewährleisten. Während die Abgeordneten intensive Auseinandersetzungen mit Ideen und Meinungen junger Berliner/innen hatten, so bot „DialogP“ uns Schülern einen spannenden und vor allem authentischen Einblick in die Politik. Ich habe an diesem Tag erleben dürfen, was unsere Demokratie ausmacht. Lea Marie Hoyer

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