Nachdem das alljährliche Weihnachtskonzert einen musikalischen Höhepunkt im Schuljahr und somit in der Vorbereitung unseres Schulchores Young Voices MDG markierte, konzentrierte sich Leiterin Franziska Günther schon auf den nächsten: Den internationalen Chorwettbewerb in Prag „Juventus in Praga Cantat“. Vom 22. bis zum 24. Januar 2016 fuhren 32 Mitglieder – einschließlich Leiterin, Pianist, Schüler aller Jahrgangsstufen, sowie ehemalige Schüler – nach Prag, um unseren Chor beim Wettbewerb zu präsentieren.


Am Freitagmorgen fuhren wir mit dem Bus los, erreichten nach vierstündiger Fahrt unser Hotel, einen angenehmen Sechzigerjahrebau, und genossen erst einmal das Mittagessen, bevor wir mit unserem Tour-Guide Petr den Stadtrundgang begannen.
Dieser startete am Wenzelsplatz, der im 14. Jahrhundert als Pferdemarkt erschaffen wurde. Seit dem Mittelalter ist er für alle wichtigen politischen und gesellschaftlichen Anlässe ein bedeutender Standort, zum Beispiel verbrannte sich hier 1969 der Student Jan Palach zum Zeichen des Protests gegen die blutige Zerschlagung des Prager Frühlings.
Weiter ging es zur berühmten Astronomischen Uhr am Altstädter Rathaus, die die im 17. Jahrhundert ergänzte Prozession der 12 Apostel zu jeder vollen Stunde zeigt.
In der Nationalbibliothek fanden wir Zeit, uns aufzuwärmen – in Prag lag frischer Schnee, es wurde nicht geräumt – und den Bücherturm in der Eingangshalle zu bewundern, der sich aus Büchern der tschechischen und deutschen Sprache zusammensetzt.
Danach hielten wir uns wiederum kurz in der Philosophischen Fakultät der Prager Universität (hier studierte besagter Jan Palach) auf. Vom Bürgersteig konnte man sehr schön die angeleuchtete Prager Burg sehen.
Der Abschluss dieser Stadtbesichtigung stellte eine Schifffahrt auf der Moldau dar, auf der wir in einem gemütlichen warmen Boot zwei Stunden lang herumschipperten und bei Abendessen die beleuchtete verschneite Stadt betrachteten.
Eine (anstrengende, aber nötige) Abendprobe rundete den Tag ab.
Nach dem Frühstück am nächsten Tag fuhren wir mit Petr wieder in die Stadt und genossen das typisch tschechische Gebäck Tredlník. Mit dieser Stärkung sangen wir in einer kalten kleinen Kirche unser Programm in einer öffentlichen Probe und hörten anschließend zwei weitere teilnehmende Chöre.
Hiernach stapften wir durch den Schnee am Alten Jüdischen Friedhof im Stadtteil Josefov vorbei und kehrten in ein kleines Restaurant ein, in dem wir – typisch tschechisch – böhmische Knödel mit Gulasch zu Mittag aßen.
Weiter ging es zum Nationaltheater (mit einem kurzen Abstecher auf die berühmte Karlsbrücke), in dessen Nähe in einem sehr schönen Hörsaal im Jugendstil der Wettbewerb stattfand. Die Viertelstunde, die unser Auftritt dauern sollte, füllten wir mit einem Programm, das teilweise schon das Weihnachtskonzert komplettierte: Der Eingangschor der 4. Kantate aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach „Fallt mit Danken“, „Vánočni Vin ovaná pošta“, ein tschechisches Lied aus dem 17. Jahrhundert von Adam Michna, der Choral „Jesu, meine Freude“ von Bedrich Smetana, wiederum ein Wiegenlied von Adam Michna „Geborn ist Gottes Söhnelein“ und schließlich den Choral „Jesus, richte mein Beginnen“, ebenfalls aus dem Weihnachtsoratorium.
Wir waren zufrieden mit unserer Leistung, wir hatten uns im Vergleich zur vormittäglichen Probe noch einmal gesteigert. Und das schien die Jury – drei wichtige Persönlichkeiten der Chormusik – ähnlich zu sehen: Wir erlangten das Silberne Band der Kategorie Frauen- und Männerchöre der Jugend ab 25 Sänger bis 26 Jahre, sowie einen Sonderpreis für unsere tschechische Interpretation.
Den ersten Platz belegte das tschechische Ensemble „Abbellimento“.
Mit unserem Guide fuhren wir nach dem Abendessen im Hotel noch einmal in die Stadt, um den Auftritt auszuwerten, den Tag ausklingen zu lassen, und ja, auch um ein wenig zu feiern.

Mehr dazu lesen können Sie unter

http://orfeafest.rajce.idnes.cz/Iuventus_in_Praga_Cantat_2016/

Eliana Opel.

 

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