Autorin: Deborah T.

Es ist der 20. September 2010, Nieselregen und ein viel zu voller Bus. Die Klasse 10-4 steht unter einem Glasdach, man hört murmeln das nach : ´´ hier soll das also sein?´´ klingt.

Heute ist kein normaler Wandertag, Kino könnt ihr auch alleine, sagt Herr Hennig, der Verantwortliche. Heute geht’s um die Erde. Und das Glasdach ist auch kein gewöhnliches, es gehört dem Geoforschungszentrum Potsdam.

Schon Monate vorher musste alles angemeldet sein, hier kommt man nicht einfach so rein. Wir gehen über das weitläufige Gelände, vorbei an Messstationen und Refraktoren. Es ist kalt hier oben, auf dem Telegrafenberg, ist man sich einig.

Was machen wir hier, liest man in einigen Gesichtern, dann gehen wir durch eine schwere Eichentür.

Drinnen erwartet uns ein Seminarraum mit Computerarbeitsplätzen und ein bebrillter Professor., wir sind im sogenannten Schülerlabor. Die Vorfreude hält sich in Grenzen, gesagt hat man uns, wir machen Geocaching. Geocaching? Was´n das? Nur Herr Hennig reibt sich die Hände, er hat das studiert, Geografie. Er mag komplexes Datenauswerten und würd´ das gern mal machen mit dem Geocaching.

Nina P. reibt sich verschlafen die Augen und hofft, wir machen was Entspanntes und Jan wär´ am liebsten heut zuhause geblieben..

Dann fängt der Mann mit der Brille an zu reden. Matthias heißt er, in der Wissenschaft sind alle per Du, sagt er. Könnt ihr euch vorstellen, was man hier im GFZ so macht? Schulterzucken. Was mit der Erde, schlägt Jemand vor. Stimmt. Im Grunde erforschen wir alles, was mit der Erde zu tun hat, erklärt er uns. Dann sehen wir eine PowerPoint – Präsentation zu Tsunami-Frühwarnsystemen, einer  der wichtigsten Projekte der renommierten MitarbeiterInnen hier, zu der Potsdamer Schwerekartoffel, die Erdanziehungskräfte vergleicht und zum Buffern in Geoinformationssystemen. Und das Buffern werden wir auch gleich ausprobieren. Da geht es darum, Lärmschutzzonen um beispielsweise Straßen zu erstellen und damit vielleicht den bestmöglichen Platz für eine Bohrung zu finden. Klingt einfach, ist es aber nicht. Zuerst wird manuell eine Straße gebuffert, also ein zentimeterdicker Abstand drum herum gemalt und dann eingescannt. Später wollen wir dann aus den Einzelteilen digital ein ganzes Bild aus Buffern erstellen. Aber zuerst können wir uns den großen Refraktor ansehen und Mittag essen.

Der große Refraktor ist eine riesige Kuppel. Und mittendrin steht das wohl imposanteste Teleskop, was wir je gesehen haben. Es ist das viertgrößte Linsenteleskop der Welt und alle haben irgendwie Gänsehaut, als sie der kleinen Frau zuhören, die uns mit den nötigen Geschichtsdaten versorgt. Das mag allerdings auch an der Kälte liegen, schließlich ist es innen immer exakt so warm wie draußen.

Nina findet es mittlerweile doch ganz interessant und Jan hofft jetzt, dass wir wirklich noch Geocaching machen. So ganz glaubt allerdings keiner mehr dran, weil wir alle pitschnass die Caféteria erreichen. Kantinenessen mit hochbetitelten Wissenschaftlern. Das hat man nicht täglich.

Nach der Pause gibt’s Probleme, Systemabsturz der PCs, aber wir sollen doch buffern. Ein bisschen erleichtert gucken alle. Allerdings bloß fünf Minuten, dann hat Matthias das Problem behoben.

Wir können uns auch das Open-Source-Programm zum selber-zuhause-Lärmschutz-Zonen-erstellen runterladen. Er lächelt munter und sieht schon kleine Geologen in uns. Nachdem wir seinen Anweisungen folgend, ein Gesamtbild erstellt haben, können wir doch noch geocachen. Leider erfahren wir nicht, wo jetzt der ideale Bohrungsplatz ist aber draußen nach einem Schatz mit GPS-Geräten suchen ist auch nicht schlecht…

In kleinen Gruppen ziehen wir los, durch den hartnäckigen Regen und folgen den eingegebenen Koordinaten. Irgendwie funktioniert das aber nicht so ganz. Ständig führt uns das kleine gelbe Ding weg vom Weg und in den Wald. Eine andere Gruppe ist schneller, sie haben den Schatz. Durchgefroren aber siegesgewiss geht’s zurück  in den Seminarraum. Schön, jeder von uns bekommt noch einen original GFZ-Beutel mit Infomaterial und Bleistift als Andenken. War mal was Anderes, sagt Amelié und die anderen nicken zustimmend. Cool, dass sie sich so viel Mühe mit uns Schülern machen, findet Johanna und alles in allem war das doch ein sehr außergewöhnlicher Wandertag. Geocaching wird mir nicht zum letzten Mal begegnet sein. Und Kino kann man echt allein!

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